
Die Werbung braucht gute Geschichtenerzähler - Was bleibt ... hängen lautet eigentlich der vollständige Titel dieses US-Bestsellers. Zumindest schlussfolgert man das, wenn man das Cover einer eingehenden Analyse unterzieht: Da baumelt ein kleiner, goldener Elefant an einem Angelhaken. Ein Hinweis auf das sprichwörtliche Elefantengedächtnis? Ist ja auch egal, denn derart um die Ecke denken die Gebrüder Heath ansonsten nicht. Zum Glück, denn dafür ist ihre Botschaft gute Werbung heißt, eine gute Geschichte zu erzählen zu wichtig. Sicher ist diese Erkenntnis nicht ganz neu, aber selten wurde sie so anschaulich und überzeugend auf den Punkt gebracht wie hier. getAbstract empfiehlt das Buch deshalb keinesfalls nur Marketingfachleuten. Wenn Sie als Führungskraft Ihre Mitarbeiter motivieren, als Politikerin Ihre Wählerschaft überzeugen oder als Lehrer Ihre Schüler nicht langweilen wollen, dann können Sie sich von Chip und Dan Heath einiges abschauen. Und zwar auf so unterhaltsame Art, dass Sie es bestimmt nicht gleich wieder vergessen.
Ein How-to- oder Wie-man-Buch - Begonnen hat der Siegeszug der How-to-Books wohl mit Dale Carnegies How to win friends and influence people. Seitdem sind die Dinger einfach nicht mehr auszurotten. Erstaunlich eigentlich. Denn wenn alles so einfach ist, wieso wimmelt dann nicht inzwischen die Welt vor beliebten, einflussreichen, wohlhabenden, glücklichen, gesunden und berühmten Menschen? Reich und berühmt geworden sind stattdessen die Autoren der How-to-Books, bis hin zu denen von How to become wealthy and famous by writing and selling how-to-books.Was die Brüder Dan und Chip Heath hier servieren, ist auch nichts anderes als ein weiteres Kantinengericht nach diesem Kochrezept. Angeblich wissenschaftliche Psychoexperimente aus der Universität von Tennessee Hills, Aesops Fabel vom Fuchs und den Trauben, die Anekdote von dem, der mit Junk-Food 100 kg abgespeckt hat und was derlei urban legends mehr sind, werden aufgefahren, um uns zu sagen und zu beweisen, dass unsere Botschaften S-imple, U-nexpected, C-oncrete, C-redible und E-motional sein und außerdem eine S-tory enthalten sollen. Das Mantra heißt dann S-U-C-C-E-S.Mit anderen Worten: wer unverständliches und stinklangweiliges Zeug oder allgemeines Blahblah absondert, dreiste Lügen verbreitet, den kaltschnäuzigen Zyniker gibt oder ohne jede Pointe daherredet, kommt bei anderen nicht so gut an. Na bravo - da muss man wirklich erst mal drauf kommen!Ich überlege noch, ob ich das Buch, nachdem ich das ja nun weiß, Fidel Castro, George Bush, Osama bin Laden, unserem Pfarrer oder dem Intendanten des ZDF schicke.
Warum die einen Ideen überleben und andere sterben - Zwei Brüder verfassten ein Buch, das vielleicht nicht bleiben wird, aber zumindest viel Aufmerksamkeit verdient. Es geht auch nicht primär um Storytelling und Werbung, wie der deutsche Untertitel suggeriert, sondern um Ideen oder Informationspakete. Also sprechen die Gebrüder Heath auch über Wissenschaft, Politik, Rhetorik, Lehre, Literatur oder ganz alltägliche Kommunikation. Um ihre Thesen darzustellen, wären allerdings nicht 325 Seiten nötig gewesen. Aber erstaunlicherweise gehen ausgerechnet die Amerikaner noch immer davon aus, in den knappen Zeitbudgets der Menschen bleibe noch genügend Raum für gemütliche Lesestunden. Von diesem Glauben profitieren in diesem Fall all jene, die theoretische Inputs gerne mit vielen und meist neuen Beispielen belegt haben möchten. Heath und Heath haben gut recherchiert und dabei den wissenschaftlichen Publikationen besonderes Gewicht gegeben. Sie haben die vorgestellten Prinzipien zwar nicht entdeckt, aber komprimiert, in einen nachvollziehbaren Kontext gestellt und mit vielen Verweisen auf Studien gut legitimiert. Im menschlichen Gedächtnis bleibt, was einfach, unerwartet, konkret, glaubwürdig, emotional und eine gute Geschichte ist. Wem ein solches Rezept zu simpel klingt, hat das Wesentliche nicht begriffen und wird weiterhin nach detailierteren Anweisungen suchen. Ob er damit eher zum Erfolg kommt, bezweifle ich sehr. Denn wer mit einfachen Mustervorlagen arbeitet und seine Energie konsequent für das Finden gelungener Variationen der Grundmelodie einsetzt, wird mit ein bisschen Talent bestimmt eine Aufführung schaffen, die dem Publikum gefällt. Im Gegensatz zu vielen ihrer amerikanischen Kollegen verzichten die Autoren auf enervierende Selbstbeweihräucherungen. Bestimmt, aber nie überheblich erklären sie ihren Lesern, warum die sechs Prinzipien genügen, wo sie angewendet werden und wie man sie in die eigene Arbeit integriert. Allerdings teile ich den Optimismus der beiden nicht, dass es so einfach ist, von bisherigen Mustern loszukommen. Denn obwohl solche Prinzipien an etlichen Bildungsinstituten bereits gelehrt werden, bleiben viele Studenten in ihren alten Mustern gefangen. Ein Publikum begeistern zu können, hat eben auch mit der eigenen Persönlichkeitsstruktur zu tun, mit der eigenen Biografie und dem Umfeld, in dem man sich bewegt.Mein Fazit: Ein lesenswertes Buch, das die wesentlichen Erkenntnisse neuer Forschungsdisziplinen elegant und verständlich auf den Punkt bringt. Unterhaltsam geschrieben, mit vielen Beispielen angereichert und mit ungewöhnlichen Übungen. Ein ausführliches Register erleichtert das Nachschlagen. Literaturangaben muss man allerdings im Anmerkungsapparat suchen.
Wie man dem Kunden im Kopf haften bleibt! - Die Deutsche Ausgaben von Made to Stick: Why Some Ideas Survive and Others Die! vermitteln anhand praktischer und plastischer Beispiele, wie Sie ihre Ideen an Top-Entscheider erfolgreich verkaufen können. Stellen Sie sich vor, dass Ihre Zuhörer nicht nur die Botschaft verstehen, sondern auch noch danach handeln. Wäre das nicht toll! Und wäre es nicht noch viel besser, die Zuhörer würden die Botschaft auch noch hunderten anderen erzählen? Das wäre richtig toll!Das Buch zeigt Ihnen, wie Ihre Ideen richtig im Kopf Ihres Gegenübers hängen bleiben. Wie ein Ohrwurm. Sehr hilfreich, wenn Sie die Öffentlichkeit, Kunden und Partner für neue Produkte, Dienstleistungen und Projekte gewinnen wollen. Wenn Sie Business Stories erzählen wollen. Wenn Sie Ihre Message wirkungsvoll vermitteln wollen. Noch ein Hinweis: Anders als der Untertitel vermuten läßt, handelt es sich nicht um ein reines Marketingbuch sondern ist Ratgeber für alle, die eine gute Ideen an wichtige Entscheider vermitteln wollen.
Ein klasse Praxisbuch mit nachhaltiger Wirkung! - Wir allen kennen das. Wir haben etwas zu sagen, dass wir (!) für wichtig halten. Doch wie schaffen wir es, insbesondere wenn das Gesagte an sich nicht sonderlich spannend ist, dass sich unsere Zuhörer, Leser, Mitarbeiter oder Freunde auch für unsere Botschaft interessieren? Und sie erinnern?Die beiden Autoren Heath & Heath haben in ihrem Buch Was bleibt (Originaltitel Made to Stick) eine einfache, wohl durchdachte SUCCESs-Formel entwickelt, die uns hilft, Mitteilungen so zu verpacken, dass sie in bei anderen im Gedächtnis haften bleiben. Wer die 6 Prinzipien beachtet, sorgt für einen Gedanken-Ohrwurm, den wir nicht mehr aus dem Sinn bekommen. Für mich eines der besten Bücher des Jahres 2008, weil es gut strukturiert ist und viele anschauliche Beispiele liefert, zugleich locker flockig geschrieben und fundiert recherchiert ist. Zudem nennt es schwache Botschaften und zeigt, wie man sie verbessern kann!Stickiness (Klebrigkeit) beschreibt, wenn eine wahre oder erfundene Botschaft im Gedächtnis einer Person haften bleibt (it sticks). Den beiden Autoren zufolge ist immer dann von stickiness die Rede, wenn ideas are understood and remembered, and have a lasting impact - they change your audience s opinions or behavior. (Made, to Stick, 2007, S. 8)Wer die Meinungen und Verhaltensweisen der Zuhörer bzw. Leser ändern möchte benötigen den beiden Autoren zufolge simple, unexpected, concrete, credible und emotional Stories. Die Prinzipien bleiben, wie das Buch selbst, ein Bestseller ... für Ihre Gedanken, für Ihren Erfolg!